Arbeit tut gut

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Als Schauspieler hat man immer mal wieder eine lange Durststrecke. Zumindest mir ging es so. Warten und hoffen auf das nächste Casting, den nächsten Job. Das kann, wenn man sehr abgearbeitet ist, wundervoll und erholend sein. Sogar befreiend. Schließlich arbeitet man in einem Engagement oder während eines Drehs auch mal einige Zeit ohne Pause durch. Die Pause kann aber auch zur richtigen Geduldsprobe werden und deprimierend sein. Wenn einfach kein Casting ansteht und kein Job in Sicht ist. Dann werden freie Tage auf einmal zum Fluch. Man weiß nichts mit sich anzufangen, wünscht sich eine Aufgabe und macht sich verrückt, wann wohl endlich der nächste Job kommt.

Ich habe diese Pausen immer mit Kellnern überbrückt. Finanziell gut und nötig, aber weniger erfüllend.
Wie ich in einem anderen Blog Eintrag schon erzählt habe, mache ich jetzt ein Praktikum im Marketing Bereich. Und es tut so verdammt gut! Regelmäßiges Arbeiten und an den Wochenenden frei, wie jeder andere „normale“ Mensch. (Ja, die Wochenenden frei haben, ist für mich ein ganz neues Lebensgefühl! Das gibt’s nämlich weder in der Gastro noch auf der Bühne.)

Nach so einer langen ungewollten Jobpause wird sogar das frühe Aufstehen mehr zur Kür als zu Pflicht. Denn jetzt habe ich wieder Grund aufzustehen. Arbeit, die auf mich wartet und ein Team das sich auf mich verlässt. Trotz der großen Umstellung und der auf einmal so vollen Woche, strotzte ich nur so vor Energie. Vor oder nach der Arbeit zum Sport, Ideen und Projekte in meinem Kopf die ich verwirklichen will, und abends falle ich erschöpft aber sehr glücklich ins Bett. Und wieder hat sich bestätigt, was ich aus Erfahrung wusste:

Arbeit tut gut.

Natürlich nicht jede Arbeit. Ich weiß, ich habe großes Glück mit meinem neuen Job und den tollen Menschen um mich herum. Aber ich glaube fest, der Mensch braucht Aufgaben. Nicht zuletzt um Erfolge zu erleben. Das bestätigen auch immer wieder verschiedenste Studien. So sind sich die Forscher mittlerweile einig, dass eine erfüllende Arbeit nicht nur gut tut, sondern auch der Gesundheit dient. Weiter noch: Wem berufliche Anerkennung fehlt, ist statistisch gesehen öfter krank.

Bestimmt könnten einige Menschen nur durch Faulenzen glücklich werden. Ich kann es nicht.
Diese Woche hat mich eine ordentliche Grippe zum pausieren gezwungen. Zeit, um die letzten Wochen Revue passieren zu lassen. Und ich kann nur sagen, ich kann es kaum erwarten gesund wieder in den neuen Alltag zu starten.
Die Schauspielerei fehlt mir sehr, das steht außer Frage. Aber das ist eine andere Geschichte.

2 Kommentare zu „Arbeit tut gut

  1. Ich finde den Post unglaublich gut, mehr davon! Ich bin selbstständig und zurzeit auch gezwungen zu pausieren (Erkältung) und mein Job füllt mich mental absolut nicht aus bzw lastet mich nicht aus. Das belastet einen schon sehr, meiner Meinung nach. Als ich einen festen Job im Angestelltenverhältnis hatte, ging es mir 100 Mal besser. Früh aufstehen, zur Arbeit fahren, nach der Arbeit etwas k.o sein aber trotzdem noch genug Energie für Aktivitäten haben und dann : in Ruhe einschlafen können. Das macht schon enorm viel aus. Wenn du dich darüber austauschen möchtest, schreib mir gerne, ich würde mich sehr freuen!

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