Retour à Berlin

Lange habe ich hier nichts von mir hören lassen. Vielleicht weil ich viel unterwegs war, aber wahrscheinlich viel eher, weil ich selbst nicht so ganz wusste wo? Wie? Was? Jetzt sitze ich auf meinem Berliner Sonnenbalkon und weiß auf diese Fragen eine ganz klare Antwort. Eine davon ist BERLIN.

Denn ja, ich bin nach nur vier Monaten in Hamburg wieder zurück in Berlin. Und verdammt, das fühlt sich so gut an, so richtig.

Die Zeit in Hamburg war wundervoll, aber ganz schnell habe ich bemerkt, wie sehr Berlin mir fehlt. Viele Dinge sind passiert, eines kam zum anderen und als sich dann ganz spontan eine wundervolle Wohnung in einer noch wundervolleren Gegend ergab, war klar: Retour à Berlin.

 

Die wohl meistgehörte Frage in den letzten Wochen: Warum denn gerade Berlin? Ich habe es immer als ein Gefühl beschrieben. Nach diesem, meinem ersten Wochenende zurück in Berlin, weiß ich es besser. Berlin ist mein deutsches Paris. Wer mich kennt, weiß, im Herzen bin ich Französin. Auf jeden Fall schlägt es für Frankreich. Für die Kultur, für die Sprache und für die Hauptstadt. Schon längst würde ich in Paris leben, wäre das mit meinem Beruf als Schauspielerin nicht so unpassend.

Denke ich an Paris, dann ist es nicht der Eifelturm, oder die Champs-Élysées. Es sind die kleinen Gassen. Auf den ersten Blick oft schmutzig, schaut man genauer hin entdeckt man die individuelle Eleganz. Den Zauber. Und das in jeder Ecke neu.

Es ist die Vielfältigkeit. Jeder Stadtteil erzählt eine andere Geschichte. Von prunkvoll majestätisch bis hin zu etwas heruntergekommener und Individueller. Es gibt die Künstler Ecken, die Ecken des Sehen und Gesehen werdens und die kleinen Geheimtipp Ecken. Natürlich haben das auch viele andere Städte. Aber ich kenne keine Stadt, die wie Paris aus jedem Stadtteil eine eigene kleine Stadt gemacht hat. Keine außer Berlin. Denn all das lässt sich so unglaublich gut auf Berlin übertragen. So weitläufig groß, dass man den Überblick verliert würden die einen sagen. So wundervoll unterschiedlich sagen die Berliner. So Schmutzig sagen viele. Ich freue mich bei jedem zweiten Blick einen gewissen Zauber zu entdecken. Die wunderschönen Hinterhöfe voll Blumen und uralten Bäumen. Die vielen grünen Parks. Das raue Berlin, dass mich mich fühlen lässt. Natürlich auch die vielen vielen Cafés, Restaurants und Bars. So unterschiedlich und jeder auf seine Art und Weise charmant. Und das nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Kulturen, welche dahinter stecken. Nicht ohne Grund habe ich gerade das beste Croissant au Pistache vor mir liegen.

 

All das zusammen macht das Gefühl aus. Das Gefühl, dass mir sagt, Berlin ist richtig. Zumindest hier und jetzt.

 

Heute Abend setze ich mich mit Freunden an die Spree. Wir werden Baguette avec du fromage essen und du vin rouge trinken. Und so mein erstes Wochenende in meinem Pariser Berlin ausklingen lassen.

 

 

Denim Love – Basic Love

Du wirst Berlin vermissen, haben sie gesagt. Im Hamburg regnet es ununterbrochen, haben sie gesagt. Und ehrlich gesagt, nach 6 Jahren Hamburg habe ich auch damit gerechnet. Aber nix da! Mit schönstem Sonnenschein hat mich Hamburg begrüßt und mir damit den Start um einiges leichter gemacht.

Hamburg kenne ich in und auswendig, habe ich gesagt. Und schon am ersten Tag hat mich Hamburg eines besseren gelehrt. Inmitten der Innenstadt haben eine Freundin und ich die wundervolle blaue Wand entdeckt. Das Naheliegendste? Ein par Schnappschüsse schießen. Zum Glück beziehungsweise natürlich hatte ich mein Lieblings Basic Outfit an.

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Zu einem der wichtigsten basics gehört für mich die Blue Jeans. Neben der Skinny Jeans ist zur zeit die Mim Jeans einer meiner Lieblinge. Mit dem entspannten luftigen Schnitt sieht sie nicht lässig aus, sie ist perfekt für die etwas wärmeren Frühlingstage. Diese Jeans habe ich vor einem Jahr bei Monki gekauft. Hier findet ihr einige Ähnliche Modelle:

 

Links: Über Zalando  Mitte: Bei LEVI´S Recht: Bei ABOUT YOU

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Ein gut geschnittenes weißes Shirt sieht zur Blue Jeans immer gut aus. Manchmal möchte ich aber ein „bisschen mehr“ ohne direkt zu auffälligen Blusen oder Tops greifen zu wollen. In solchen fällen ist mein TOMMY HILFIGER Shirt immer meine Geheimwaffe.

Unabhängig davon, dass das Shirt sowieso eines meiner Lieblinge ist.

Durch die dezenten Farben zählt es für mich zu den Basics, das Logo macht es aber etwas auffälliger und das Material ist so toll, dass das Shirt einfach immer gut fällt.

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Weiße Sneaker sind im Winter eher eine schlechte Idee. Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen da, sieht man plötzlich überall weiße Speaker spazieren gehen. Mainstream? Mir egal, ich schließe mich der weißen Speaker Familie an. Nach einem langen Winter das erste mal meine weißen Converse anziehen fühlt sich einfach zu gut an!

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Lieblingslook bei Sonnenschein in Hamburg – was für ein guter Start! 

Auf geht´s

Vor sechs Jahren begann meine Reise. Unmittelbar nach dem Abitur zog es mich aus dem wohlbehüteten Elternhaus im Schwarzwald in den hohen Norden, in die Großstadt Hamburg.

Für mich sollte ein Abenteuer starten. Das Abenteuer des Großstadtlebens und mit meiner Ausbildung zur Musicaldarstellerin, das Abenteuer des Künstlerlebens. So zumindest hatte ich es mir ausgemalt.

Ich wollte alles mitnehmen, was das Leben, bzw Hamburg mir zu bieten hatte. Feiern und unterwegs sein, wie es die Großstadtmenschen, da war ich mir sicher, machen, gleichzeitig hart trainieren, um an die Spitze des Erfolges zu gelangen.

Doch es kam, wie so oft wenn man zu sehr plant, anders.

 

In der Großstadt, nach der ich mich zuvor so sehr gesehnt hatte, fühlte ich mich einsam. Die harte Ausbildung brachte mich an meine Grenzen. Vor allem körperlich. So kamen ziemlich schnell Zweifel und Sorgen in mir auf. Ich wurde krank. Immer wieder. Immer stärker. Es begann mit einer Mandeloperation. Aus dieser kam ich stärker als zuvor heraus. Ich freute mich auf die Ausbildung, Hamburg und die Herausforderung. Langsam kam ich an, hatte tolle Freunde und Spaß an meinem „neuen“ Leben. Dann Anfang des zweiten Ausbildungsjahres der zweite Rückschlag. Ein starker doppelter Bandscheibenvorfall. Diese Diagnose stellte alles auf den Kopf. Vor allem meine Ausbildung, die von körperlicher Aktivität lebt, wurde dadurch in Frage gestellt. Gedanken über Gedanken. Sollte ich abrechen, wollte mein Körper mir etwas mitteilen? Ich entschied mich klassischen Gesang zu studieren. Doch inmitten der Vorbereitungen für die Aufnahmeprüfung ruderte ich zurück. Ich wollte meine Musicalausbildung abschließen. Also pausierte ich ein Jahr, trainierte und wurde gesund. Nicht geheilt, aber gesund genug um meine Ausbildung fortzuführen. Ich trainierte härter als zuvor, mit mehr Ehrgeiz aber auch mehr Spaß. Und, ich bestand die schwere Zwischenprüfung ins dritte und letzte Schuljahr. Bekam sogar eine der Hauptrollen im Semesterprojekt. Jetzt war meine Zeit gekommen. Ein Perfekter Start um sich in den Endspurt zu stürzen. Ich konnte und wollte allen zeigen, dass es sich gelohnt hatte zu kämpfen, dran zu bleiben und an meinen Traum zu glauben.

Eine Woche vor der Premiere der harte Rückschlag. Ein Unfall neben der Bühne, ein nicht richtig verarbeitetes Kabel. Und ein schwerer Ellbogenbruch. Für mich brach eine Welt zusammen. Nicht nur wieder ein körperlicher Rückschlag. Mir wurde die Hauptrolle in dem Semesterprojekt genommen. Das, wofür ich so hart gearbeitet hatte. Ich stürzte in ein tiefes Loch. Kam aus der Trauer nicht mehr raus. Schlimmer noch, ich traute mich nicht mehr mich über Dinge zu freuen, aus Angst sie würden mir wieder kurz vor knapp genommen werden.

So verbrachte ich den Sommer. Ich schaute mir die Premiere meiner Kommilitonen an, unterstütze so gut es ging, begann das letzte Schuljahr, ging in den Unterricht, schaute bei den Tanzstunden zu und war überall dabei. Aber stand dennoch neben mir.

Zwei Tage nachdem der Gips ab war, entdeckte ich einen Knoten in meiner Leiste. Eine Woche später einen weiteren. Ich wollte positiv daran gehen, war bestimmt nur der ganze Stress. Auch die Ärzte meinten, das käme bei Stress mal vor. Mein Gefühl sagte mir aber, dass etwas nicht stimmt. Als einige Wochen später meine Beine von blauen, geschwollenen Knoten übersäht waren, und ich vor Schmerzen kaum noch laufen konnte, merkten auch die Ärzte, dass etwas nicht stimmte. Es folgte ein langer Krankenhausaufenthalt. Vier Wochen voller Angst. Jeden Tag eine Neue Vermutung der Ärzte. Krebs, Aids, Borreliose, es kamen die ungewöhnlichsten Krankheiten zur Sprache.

Nach vier Wochen endlich ENDLICH Gewissheit. Eine sehr seltene Immunkrankheit, Sarkoidose. Erwähnenswert: Meine Mutter hatte diese Krankheit im gleichen Alter wie ich. Unsere Hinweise den Ärzten gegenüber (schon zu Beginn der Untersuchungen) wurden allerdings nicht ernst genommen. Da „keine Erblichkeit diese Krankheit nachgewiesen“ sei.

Um es kurz zu machen, ich kam aus dem Krankenhaus, nahm starke Medikamente und erholte mich ganz langsam. Parallel nahm ich mein Studium wieder auf, machte ein halbes Jahr später meine Abschlussprüfung und bestand diese als eine von wenigen.

 

Warum ich das so detailliert erzählt habe? Es war ein harter Weg, ein sehr steiniger Weg. Aber noch nie bin ich an etwas so gewachsen. Mein Körper hat mich gezwungen hinzuhören, mich mit mir selbst zu beschäftigen und auseinander zu setzen. Ich habe gelernt auf mein Gefühl zu hören, auf mich zu hören. Wie eine enge Freundin so schön gesagt hat „aus den Steinen, welche sich mir in den Weg gelegt haben, einen neuen Weg zu bauen“ .

Es Folgte eine tolle Zeit, ein langer Urlaub, Engagement am Theater und mein erster Dreh für Film und fernsehen. Mein Weg wurde immer klarer und mir ging es immer besser.

Letzen Sommer zerbrach meine Beziehung. Eine unschöne Trennung und ein noch weniger schöner Sommer. Vom Schock, in die Trauer bis hin zur Klarheit. So wie Trennungen eben ablaufen. Es war ein langer Sommer. Aber im Winter war mir klar. Es ist Zeit für Veränderung. Ich hatte mich verloren, auch mein Körper machte sich wieder bemerkbar. Was, wie ich in den Jahren zuvor gelernt hatte, ein Warnsignal war. Da kam der Vorschlag einer Freundin, ihre Berliner Wohnung einen Monat zu hüten, gerade Recht. Den März 2016 verbrachte ich also in Berlin. Arbeitete, erkundete die Stadt, ging zu Castings und fühlte mich endlich wieder lebendig. Glücklich.

Dann ging alles ganz schnell. Ende Mai 2016 zog ich nach Berlin. Und noch nie fühlte sich etwas so richtig an. Seit dem ich in Berlin bin fühle ich mich frei und lebendig. Alles ist so intensiv und gleichzeitig voller Leichtigkeit. Ich bin Glücklich.

Betonen muss ich, dass ich diesen Weg nur gehen konnte, weil ich die wundervollste Familie hinter mir habe. Darunter zähle ich auch meine engsten Freunde. Sie haben mich nicht nur immer wieder aufgefangen. Sie haben mir geholfen, die richtigen Steine für einen neuen Weg, meinen Weg zu finden, zu nehmen und zu bauen. Stück für Stück.

 

Ich bin keine Schriftstellerin, keine gute Autorin, aber ich weiß das Leben zu schätzen. Mit all seinen kleinen und feinen Facetten.

Mit diesem Blog möchte ich Ideen, Eindrücke, Inspirationen und Gedanken teilen. Und so meinen Weg durchs Leben Stück für Stück weiter bauen und gehen.

 

 

 

 

Lynn